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Die Deutsch-Finnische Gesellschaft lädt ein

Lesung
Karin Kunz-Uusitalo
„Wanderin zwischen drei Welten“

13.03.2012 19.00 Uhr
Geschw. Molsberger – Buch- und Kunsthandlung
Steinweg 50 / 51
06110 Halle (Saale

und

14.03.2012 19.00 Uhr
Buchhaus am Markt
Breite Straße 43
06449 Aschersleben

Kindheit in der DDR, Entführung in die BRD und erwachsene Jahre in Finnland. Karin Kunz-Uusitalo erzählt in ihrem autobiographischen Roman „Wanderin zwischen drei Welten“ von Klischees, die an der Realität zerbrechen, von Ostalgie, die niemandem nützt und einem Leben, das nie schwarz-weiß, sondern stets sehr bunt war. „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten.“ Als sie sich mit eigenen Augen davon überzeugen kann, dass Walter Ulbricht, Staatsratsvorsitzender der DDR, im Sommer 1961 dreist gelogen hat, ist Karin Kunz 19 Jahre alt, schon durch zwei Welten gewandert und steht kurz davor, nun in eine weitere aufzubrechen. Ihre erste Welt ist die DDR. Zum Leidwesen ihrer Großmutter, bei der sie aufwächst, entwickelt sich Karin zum begeisterten Jungen Pionier, die Kameradschaft, Singen und Marschieren liebt. Da verwundert es nicht, dass sie einen Kulturschock erlebt, als sie mit zwölf Jahren nach West- Deutschland, ihre zweite Welt, „entführt“ wird. Dort begeistert sich niemand für Freiheits- und Aufbaulieder und es zählt nicht, dass man Gruppenratsvorsitzende war und sogar einmal von Stalin geküsst wurde. Von ihrer Stiefmutter ebenso misstrauisch beäugt wie von ihren Mitschülern, muss sie sich im Wirtschaftswunderland erst zurechtfinden. Bei einer Ausbildung in England lernt sie ihren künftigen Mann kennen und folgt ihm 1963 nach Finnland, Welt Nummer drei. Abermals muss sie allerlei falsche Vorstellungen korrigieren, doch nach und nach wird das faszinierende Land im Norden Europas mit seinen eigenwilligen Bewohnern ihr zur Heimat. Die Autorin besticht durch Objektivität. Mit „Wanderin zwischen drei Welten“ gelingt ihr eine packende Reise durch die deutsche Nachkriegsgeschichte, auf der sie sich den kritischen Fragen stellt: Was war gut an der DDR? Woran haperte es im Westen? Was machen Ideologien aus Menschen? Erst in Finnland erhält sie eine Antwort darauf. Was sie in allen Welten bewahren kann, ist ihr Durchsetzungsvermögen und ihr loses Mundwerk. Mit souveränem Spott, dabei selbstkritisch und selbstironisch, nimmt die Autorin ihre Leser mit auf ihre Wanderung und beschert ihnen ungewöhnliche Erkenntnisse. So mag es erstaunen, dass das vielgepriesene finnische Bildungssystem starke Ähnlichkeiten mit dem der verblichenen DDR aufweist. Karin Kunz-Uusitalos Beschreibungen und Vergleiche sind pointiert, aber stets von einem Augenzwinkern zu begleitet.

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